BAUCHAORTA ANEURYSMA SCREENING

Bauchaortenaneurysma - Ultraschall Screening

In Deutschland wurden im Jahr 2007 ca. 12.000 Patienten mit einem nicht-rupturierten Bauchaaortenaneurysma (ICD 10, I71.4) und ca. 2.500 Patienten mit einem rupturierten Bauchaortenaneurysma (ICD 10, I71.3) stationär behandelt. Ca. 85% dieser Patienten wurden operativ versorgt, etwa zu 2/3 durch einen offenen Aortenersatz und 1/3 durch eine endovaskuläre Therapie. Ca. 50% aller Patienten mit rupturiertem BAA versterben im Krankenhaus. Die tatsächliche Anzahl tödlicher Aneurysmarupturen liegt höher (geschätzt 8.000), da nur 20% aller Patienten mit geplatztem BAA lebend ein Krankenhaus erreichen.

Trotz einer weiten Verbreitung des Ultraschalls als etablierte Diagnostik hat der Anteil rupturierter BAA an allen stationär behandelten Patienten mit BAA in den letzten Jahren nicht abgenommen, sondern ist sogar noch leicht angestiegen (im Jahr 2000: 14%, im Jahr 2007:18%). Da außerdem in gefäßchirurgisch aktiven Zentren nur maximal 10% aller BAA im Stadium der Ruptur zur Aufnahme kommen, könnte die hohe Anzahl rupturierter BAA auf regionale Versorgungsdefizite und das Fehlen eines systematischen Screening-Programms hinweisen. Die Prävalenz eines BAA mit einem maximalen Querdurchmesser von mindestens 3,0 cm beträgt in Screening-Untersuchungen 5,5% (4 - 8%) bei >65-jährigen Männern und 1,3% (0,5 - 1,5%) bei >65-jährigen Frauen, in ca. 10% liegt ein BAA mit einem maximalen Durchmesser von 5,0cm oder mehr vor und ist damit therapiebedürftig. Diese Patienten sind rupturgefährdet! In Deutschland finden sich ca. 50.000 Männer und Frauen mit einem rupturgefährdeten BAA, von denen derzeit nur ca. 20% prophylaktisch operiert werden.